Das Wappen der Stadt Benatky zeigt das Schloss, das sich als Symbol der Stadt über der Iser erhebt. Oberhalb der Zinnen sind die Familienwappen der früheren Besitzer, der Burgherren von Drazice, zu sehen. Ursprung und Bedeutung des Wappens mit dem Drachen sind bis heute unbekannt.

 

  Die Stadt Benatky wurde im Mittelalter an der Kreuzung verschiedener Handelsstraßen gegründet.
Das Dorf Obodr wird zum ersten Mal im Jahr 1052 erwähnt.
Die Geschichte der Stadt Benatky lässt sich bis ins Jahr 1346 zurückverfolgen. In diesem Jahr erhält der Burgherr Jan von Drazice die Erlaubnis, eine Stadt und ein Kloster auf dem Hügel über der Iser zu gründen.
Das Kloster wird 1349 mit dem Bau der Maria-Geburtskirche (heute die Schlosskirche) vollendet.

 

 

Während des hussitischen Krieges verliert das Kloster nach und nach an Bedeutung.
Mit dem Tod des Grafen von Drazice 1385 beginnt eine Zeit der Wirren, in denen die Familie mit Nachfolgeschwierigkeiten zu kämpfen hat.

1526 lässt sich Friedrich von Donin in Benatky nieder und beginnt mit dem Bau eines Renaissanceschlosses auf den Ruinen des ehemaligen Klosters.

  1599 werden sämtliche Gebäude und die umliegenden Ländereien an den tschechischen Kaiser  
Rudolf II. verkauft, der eine Sternwarte für Tycho Brahe einrichtet. Im Jahr 1600 trifft der dänische Astronom hier zum ersten Mal seinen Schüler und späteren Nachfolger Johannes Kepler.

 

 

Am Ende des 30-jährigen Krieges überlässt Ferdinand III. das Schloss dem Reitergeneral Jan von Werth als Lohn für seine treuen Dienste. Jan von Werth baut den Nordflügel an und beginnt mit der Errichtung des Kirchturms.

 

 

 

Am Ende des 18. Jahrhunderts gehen Schloss und Ländereien in den Besitz des Prager Erzbischofs Peter Antonin Prichovsky von Prichovice über. An der Innenaussstattung des Schlosses und am Schlosstor werden die vorerst letzten Umbauten im Rokokostil vorgenommen. Die Gebäude weisen keine architektonische Einheit auf. 

Von 1844 bis 1847 ist der junge Bedrich Smetana hier als Musiklehrer für die Familie des Grafen Leopold Felix Thun-Hohenstein tätig, der die Domäne einige Jahre zuvor erworben hatte.

Der Graf R. Kinsky ist der letzte adlige Besitzer des Anwesens, das 1920 an die Stadt verkauft wird.

1944 entsteht die heutige Stadt Benatky aus den bis dahin unabhängigen Gemeinden des alten Benatky, des neuen Benatky und des Dorfes Obodr.

 

 

       

 

 

Das Schloss Benatky wurde auf den Ruinen des ehemaligen Klosters erbaut. 1526 ließ Friedrich von Donin den zentralen, im gotischen Stil gehaltenen Teil des Gebäudes errichten. Vom Kloster ist nur die Maria-Geburtskirche erhalten geblieben.

In der Renaissance und bis Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss immer wieder architektonisch verändert.

1656 brannte das Schloss bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau nahm fast 50 Jahre in Anspruch. Dabei wurde der Ostflügel mit einer Reihe von Gängen hinzugefügt. Der Bau wird durch einen Kirchturm ergänzt. Sämtliche Gebäude, einschließlich der Kirche, werden befestigt und mit 3 Toren versehen. Diese Maßnahmen verleihen der Architektur eine gewisse Einheit.

Park und Pavillon werden erst 1720 hinzugefügt. Die von M. Braun angeregten Statuen stammen allerdings erst aus dem 18. Jahrhundert.

Die Familie Thun-Hohenstein nimmt noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Reihe von Umbauten vor. Dazu gehört u. a. die Terasse unterhalb der Kirche.